Politische TiergesprÀche

#6: Tierwohl & Tierethik (Buchvorstellung & Diskussion)

AnlÀsslich der europÀischen Aktionstage Good Food, Good Farming haben wir uns bei den sechsten Politischen TiergesprÀchen intensiv mit dem Konzept Tierwohl auseinandergesetzt.
Dazu haben wir Daniel Wawrzyniak eingeladen, mit uns ĂŒber sein 2019 im transcript-Verlag erschienenes Buch Tierwohl und Tierethik – Empirische und moralphilosophische Perspektiven zu sprechen.

Alternativ könnt ihr euch das GesprÀch auch im Podcast-Player mit weiteren Optionen anhören.

#5: Ein (digitaler) Tag der offenen TĂŒr im tierbefreiungsarchiv

Da am 13. September 2020 Tag des offenen Denkmals war und weil sich das Archiv in einem denkmalgeschĂŒtzten GebĂ€ude befindet, haben wir uns folgendes ĂŒberlegt: Bei den fĂŒnften Politischen TiergesprĂ€chen am 13. September 2020 stellten wir unser Projekt vor und standen anschließend fĂŒr eure Fragen und Anregungen zur VerfĂŒgung…sozusagen als Tag der offenen TĂŒr, nur eben digital.

Vom GesprÀch gibt es auch einen Videomitschnitt [Link folgt bald], den ihr euch alternativ zum Podcast anschauen könnt.

#4: Gemeinsam gegen die Tierindustrie (BĂŒndnisvorstellung)

Am Samstag, den 4. Juli 2020, besetzten 30 Aktivist*innen vom BĂŒndnis Gemeinsam gegen die Tierindustrie das Dach des umstrittenen Tönnies-Schlachthofs in Rheda-WiedenbrĂŒck sowie dessen Hauptzufahrtsstraße. Sie forderten eine dauerhafte Schließung der Schlachtfabrik und die Abschaffung der Tierindustrie. Bei unseren vierten Politischen TiergesprĂ€chen sprechen wir mit zwei der Aktivist*innen ĂŒber das BĂŒndnis und dessen Arbeit, ĂŒber die Besetzung und ĂŒber weitere Forderungen, Ziele und Vorhaben.

Vom GesprÀch gibt es auch einen Videomitschnitt, den ihr euch alternativ zum Podcast anschauen könnt.

#3: Tierbefreiung im Kontext der Corona-Pandemie (BĂŒndnisvorstellung & Forderungskatalog)

Am 8. Juni 2020 veröffentlichte das neu gegrĂŒndete BĂŒndnis fĂŒr gesellschaftliche Tierbefreiung einen Forderungskatalog im Kontext der Corona-Pandemie. Am Samstag, den 13. Juni 2020, fand zudem ein Aktionstag statt, der ein Zeichen setzen soll – ein Zeichen gegen die hemmungslose Ausbeutung von Tieren, Arbeiter*innen in der Tierindustrie und der Natur im Namen des Profits. Die Forderungen sind hier zu finden. Um das BĂŒndnis und seine Forderungen bekannter zu machen, stellten sich beide am 13. Juni 2020 in unserer – dieses Mal online stattfindenden – Veranstaltungsreihe Politische TiergesprĂ€che vor. Die Politischen TiergesprĂ€che wurden 2019 ins Leben gerufen, um am Ende eines jeden Quartals (aktuelle) Tier*fragen in einen politischen Kontext zu setzen und zu diskutieren.

Hinweise: FĂŒr uns war es die erste Online-Veranstaltung, die wir selbst organisiert haben. Eventuelle Holprigkeiten bitten wir zu entschuldigen. Beim Hören fĂ€llt auf, dass die Redeanteile leider ungleich verteilt sind. Dies hĂ€ngt vor allem mit technischen Problemen zusammen, die Patricia leider wiederholt vom GesprĂ€ch abgeschnitten haben. Zum Podcast im Podcast-Player mit weiteren Optionen gelangt ihr auch hier.

#2: Ghandi & Herrschaftsfreiheit (Buchvorstellung)

Buchvorstellung & Diskussion mit Lou Marin (Verlag Graswurzelrevolution) – leider momentan keine Audiodatei verfĂŒgbar

Zum Inhalt: Gandhi dĂŒrfte zu den bekanntesten Figuren des zivilen Ungehorsams in der Geschichte zĂ€hlen. Weniger bekannt sind seine tiefergehenden Ansichten zu einer herrschaftsfrei organisierten Gesellschaft. Auch sein Vegetarismus – viel besprochen, jedoch wenig tiefgehend – war Teil der Veranstaltung.

Zum Buch: Der Name Mohandas Karamchand Gandhi (1869-1948) und dessen gewaltfrei-revolutionĂ€re Massenkampagnen in Indien gegen den britischen Kolonialismus bilden noch immer eine weltweite Inspirationsquelle und einen emanzipatorischen Gegenpol zu gewaltverherrlichenden und kriegstreiberischen Tendenzen. Doch gleich von mehreren Seiten wird an der LegitimitĂ€t dieses Gegenbeispiels gerĂŒttelt: Gandhi sei angeblich „Rassist“ oder „Verteidiger des Kastensystems“ gewesen. Eine Rezeption von Gandhis herrschafts-, staats- und gewaltkritischen Positionen durch sozialrevolutionĂ€re Bewegungen auf weltweiter Ebene wird durch diese VorwĂŒrfe erschwert. Im Buch werden staatskritische und pro-anarchistische Stellungnahmen Gandhis in Texten aus drei Jahrzehnten dokumentiert. Auf der Basis dieser inhaltlichen Grundlage wird auf die genannten VorwĂŒrfe eingegangen und mit einer Darstellung der Entwicklung und Radikalisierung von Gandhis Positionen, begonnen im Kollektiv mit jĂŒdischen Gewaltfreien bereits in SĂŒdafrika ab 1908, ganz besonders aber wĂ€hrend drei Jahrzehnten anti-kolonialen Kampfes in Indien entgegnet. Abschließend wird anhand der aktuellen sozialen Bewegung fĂŒr Landrechte am Beispiel von Ekta Parishad gezeigt, dass sich diese auf den Salzmarsch Gandhis bezieht und die gewaltfrei-libertĂ€re Tradition noch immer relevant fĂŒr die KĂ€mpfe von unten im heutigen Indien ist.

Lou Marin/Horst Blume (2019): Gandhi – „Ich selbst bin Anarchist, aber von einer anderen Art”. Verlag Graswurzelrevolution, Heidelberg, ISBN: 978-3-93904-538-0.

#1: Tierliche Agency (Vortrag)

Vortrag & Diskussion mit Markus Kurth (Chimaira AK | Arbeitskreis fĂŒr Human-Animal Studies) – leider keine Audiodatei verfĂŒgbar (stattdessen können wir euch den Videomitschnitt eines Ă€hnliches Vortrags von Markus Kurth im Rahmen der Ausstellung “ANIMAL UTOPIA, Malerei von Hartmut Kiewert” vom 26.01.2020 in Leipzig sehr empfehlen)

Zum Inhalt: Cat Content im Netz zeigt uns altkluge Katzen-Philosophinnen und Herrchen wie Frauchen erzĂ€hlen genauso gern auf der Straße wie der Superstar-Hundetrainer in den großen Hallen von den FĂ€higkeiten, Absichten und Angewohnheiten ‚ihrer‘ Haustiere und warum das irgendwie wichtig sei. WĂ€hrend aber Haustiere liebend gern vermenschlicht werden, gilt das fĂŒr Nutztiere nicht. Selbst Tierrechtler_innen wollen „Voice for the Voiceless“ sein und als maskierte Befreier_innen „zurĂŒckschlagen“ fĂŒr die, denen neben dem eigenmĂ€chtigen Handeln so ziemlich alles außer Leiden und Opferstatus abgesprochen wird. TatsĂ€chlich ist die Frage, was Tiere können, was sie wollen und wie wir Menschen damit umgehen sollen, ganz und gar nicht trivial und wissenschaftlich wie politisch hoch umstritten. Umso spannender, mal einen kleinen Ausflug in die Welt der Projektionen und Pauschalisierungen zu machen. An anschaulichen Beispielen wird darĂŒber zu reden sein, was Begriffe wie Herrschaft, Widerstand und Autonomie in Bezug auf Tiere aussagen können und wie gerechtere Mensch-Tier-Beziehungen aussehen können, in denen sich jenseits von IdentitĂ€ts- und Stellvertreter_innen-Politik mit den SpielrĂ€umen tierlicher HandlungsfĂ€higkeit auseinandergesetzt wird.